Hier auf dieser Seite ab und an für die Thematik bedeutsame Infos.

Probiere auch www.kreativität-techniken.de, wenn bei News nichts Neues erschienen ist – evtl. Fehler beim Synchronisieren
New’s
Nun ja, so „frisch“ wie in diesem Laden, der unterm Logo: „Täglich frische Ware“ firmiert, sind diese New’s allemal. Foto KPH
Hier erscheinen in unregelmäßigen Abständen Information mit Bezug zu Kreativitätstechniken. Dabei sind die jüngsten oben & vorherige – also ältere – unten zu suchen.
2026 nochmal, Juni 2026
Nichts Neues? Leider ja, zwar neu, aber leider die alte Leier. Dazu mehr im nachfolgenden Text. Insbesondere seit 2022 gibt es in ‚News‘ Kommentare, die auf fehlende Aktivitäten der Bundesregierungen bezüglich wirksamer Maßnahmen gegen den Abwärtstrend der BRD besonderes zu Erfindungen und Neuerungen verweisen. Dabei ist es nicht nur so, dass diese Situation gesamtgesellschaftlich (also durch die Regierung) nicht wahrgenommen wird, sondern – wie jetzt erlebt – auch in deutlich kleineren Maße. Das zeigt, wie ‚tief‘ diese Problematik sitzt. Die Redaktion der Zeitschrift „die hochschule“ hatte unser Büchlein „50 Jahre Systematische Heuristik“ erst 2025 zur Kenntnis bekommen und eigentlich dankenswerter Weise um einen Beitrag darüber in ihrer Zeitschrift gebeten. Nach einigen Zögern erklärte der Admin sich bereit, bis Ende 2025 zu liefern. Wenn bis Ende Januar 2026 fertig, sollten er ins laufende Heft. Am 28.01.2026 waren 8 Seiten fertig und gingen ins Peer-Verfahren. Auf Nachfrage nach 3 Monaten was wird, gabs folgende Aussage durch die Redaktion: „Nach sorgfältiger Prüfung durch unsere Experten sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der Beitrag in seiner aktuellen Form leider nicht den Vorstellungen entspricht, die wir an eine Publikation haben. Zudem stellt der Text keine wissenschafts-geschichtliche Darstellung der behandelten Methode dar, wie sie für unsere wissenschaftlichen Anforderungen erforderlich wäre; zudem sind die Bezüge zu tagesaktuellen Themen für einen wissenschaftlichen Beitrag nicht sonderlich förderlich, sondern würden sich eher im politischen Kommentar einer Zeitschrift wiederfinden. Die Zeitschrift „die hochschule“ versteht sich allerdings nicht als Ort solcher Debatten. Eine Überarbeitung, die diesen Anforderungen gerecht wird, erschiene uns auf Grundlage des vorliegenden Manuskripts derzeit nicht realistisch. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir den Beitrag daher nicht zur Veröffentlichung annehmen können.“ Selbstverständlich kann eine Redaktion einen auch angeforderten Beitrag ablehnen, aber die Begründung ist schon etwas eigen. Meine Antwort darauf war: „Ihrer Einschätzung zu meinem Artikel „Zwischen Systematischer Heuristik und Heute – 55 Jahre. Ein Kommentar zum Buch 50 Jahre Systematische Heuristik“ – meine ich – kann ich nicht zustimmen. Den Artikel habe ich nach längerem Zögern nur auf Ihren Wunsch hin angefertigt, wobei Sie ja das dazu gehörige, bei Ihnen vorhandene Buch eigentlich kennen sollten. Was hatten Sie denn da anderes als Inhalt erwartet? Sie kritisieren, dass der Text „keine wissenschaftsgeschichtliche Darstellung der behandelten Methode“ darstellt, obwohl der erste Teil des Artikels grade die Bezüge der damaligen Zeit zu erfassen versucht, sowie weiter, dass „tagesaktuellen Themen für einen wissenschaftlichen Beitrag nicht sonderlich förderlich (seien), sondern würden sich eher im politischen Kommentar einer Zeitschrift wiederfinden. Die Zeitschrift ‚die hochschule‘ versteht sich allerdings nicht als Ort solcher Debatten.“ Diese angeblich ‘tagesaktuellen‘ Themen sind doch auch ein wesentlicher Bestandteil des Buches. Geht es doch darum, dass Deutschland durch fehlende Kreativitätsförderung, verfehlte Bildungspolitik, ungenügende Erfinderförderung u.a. an internationalem Niveau verloren hat und somit stetig den Bach runter geht; und statt dieses sehr schwierige Thema konsequent anzugehen, lieber einen letztlich untauglichen Ausweg in der Rüstung sucht. Deutschland wird also eher an den eigenen Problemen ‚untergehen/verlieren‘ als durch herbei geredete äußere Einflüsse. Wenn sowas „zart“ geschrieben wird, sollte Ihre „die hochschule“ das stark unterstützen, statt sich wegzudrücken und sich damit letztlich auch eine eigne Schuld an der vermasselten Perspektive mit zu eigen machen Denn der Titel „die hochschule“ verpflichtet nun mal und sie sieht sich doch selbst als „Ort für Debatten aller Fragen der Hochschulforschung sowie angrenzender Themen aus der Wissenschafts- und Bildungsforschung (vgl. auch dort zu 2. und 3.). ….“
Nun noch den Beitrag, damit der Leser selber einschätzen kann, um was es geht und ob die angeschriebene Themen des Beitrags eine Veröffentlichung verdient hätten.
Wir bringen den Beitrag auch deshalb, weil er unsere Meinung zu aktuellen Fragen mit kund tut.
Zwischen Systematischer Heuristik und Heute – 55 Jahre
Ein Kommentar zum Buch „50 Jahre Systematische Heuristik“ von Klaus Stanke u. Peter Koch [1] 28.01.2026
Die Zeit heute weist einige interessante Bezüge zu der Zeit der Entstehung und Anwendung der Systematischen Heuristik auf. Beide rieten/raten dringlich zu einer Nutzung von Kreativitätstechniken.
Die 1960er Jahre waren in der DDR nach einer eingetretenen Stabilisierung mit einem gewissen Aufbruch als Reaktion auf neue Herausforderungen gekennzeichnet. Dazu gehören zum Beispiel das NÖS (Neue Ökonomische System des Sozialismus), die breitere EDV-Anwendung, die auch die F/E-Prozesse [Forschung/Entwicklungsprozesse] erreichte und dort besondere Aufmerksamkeit erhielt, das (Forschungsleitzentrum AUTEVO – Automatisierte Technische Vorbereitung der Produktion – beim VEB Carl Zeiss Jena angesiedelt), umfangreiche konzeptionelle Arbeiten zur Prognose und Weiterentwicklung, Schaffung und Entwicklung von Großforschungszentren. Sie waren Teil der Anstrengungen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft im internationalen Vergleich und zum Erreichen der Weltmarktfähigkeit. Letzteres ist auch heute noch und wieder dringlich. Ein damaliger Slogan dafür war die Aussage „Überholen ohne Einzuholen“.
Diese Aussage sowie die Situation bei der EDV-Anwendung in den Forschungs/Entwicklungsprozessen und die Prognosearbeiten waren für den wissenschaftlichen Bereich recht gravierend. Forderten sie doch deutlich höhere Forschungs/Entwicklungsergebnisse. Das fand dort nicht überall Aufgeschlossenheit, sondern von begeisterter Mitarbeit bis zu konsequenter Ablehnung (konstruktive Arbeit sei nicht rationalisierbar!) war alles vertreten. Jedenfalls brodelte es so etwas in diesen durch die wirtschaftlichen Aufgaben recht belasteten Bereichen. Und da kam mit einem Entscheid der SED-Führung 1969 die Aufgabe, dort die Systematische Heuristik Erfolg bringend einzuführen.
Sie sollte helfen, bessere Forschungs/Entwicklungsergebnisse zu erzielen, weil neue Lösungen für echte Innovationen einfach eine Voraussetzung sind, konkret zum Beispiel: neue Patente und Erfindungen, die zu weltmarktfähigen Produkten führen. Eine eigentlich einfache und klare Strategie, dem o.g. Slogan folgend, wenn auch unklar, wie das zu erreichen sei.
Im Unterschied zu heute zielten die Anstrengungen damals vor allem auf den Anfang von Innovations-prozessen – auf höhere Ergebnisse in Forschung und Entwicklung. Heute werden zwar Innovationen gefordert, also mehr davon, aber auf den Anfang, neue Erfindungen oder andere Neuerungen, scheint keine dieser Strategien als Schwerpunkt zusetzen. Dafür leider jetzt besonders auf den militärischen Bereich. Dort weiß man aber erst, ob es eine echte Innovation ist, wenn sie sich auf dem Schlachtfeld „bewährt“. Für mehr tatsächliche Innovationen für Wirtschaft und Gesellschaft ist eine höhere Leistung bei den Neuerungen, also Patenten und Erfindungen nötig. Da genügt es keinen falls, wenn 2025 ein leichtes Plus bei Patenten erreicht wird, aber noch immer unter dem schon damals viel zu niedrigen Stand von 2022. Ohne deutlich höhere Anstrengung bei der Förderung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen wird sich der eingetretene Rückstand Deutschlands gegenüber führenden Ländern nicht aufholen lassen.
Dieser Schwerpunkt fehlt in der aktuellen Strategie der Bundesregierung und ist gravierend. Er wird scheinbar einfach nicht erkannt. Während – wie oben genannt – damals mit immensen komplexen Anstrengungen versucht wurde aufzuholen, fehlt heute eine solche Strategie, die auch die vielen Mängel und Beeinträchtigungen der Kreativitätsnutzung angeht, von denen Heister [2], schon 2013 ausführlich berichtete. Da hat sich kaum etwas getan – mit Ausnahme der Sprungagentur in Leipzig. Aber der Rückstand bei Patenten gegenüber China ist stetig gestiegen. China schafft pro Jahr >1 Mio. Patente – jedes 2. in der Welt – bei einem aktuellen Bestand von 5 Mio. Stück, auch pro Kopf und Jahr deutlich 2x mehr als Deutschland und bei rasant steigenden Zahlen. Nicht ohne Zutun: 1,6 Billionen Euro Förderung 2018 – 2020 in China. Die USA allein 2022 1 Billion Euro, Südkorea 700 Millionen Euro. Eine klare Aussage dazu von Deutschland kenne ich nicht. Es fehlt aber außer dem Geld auch eine breite Orientierung auf die konsequente Förderung von Neuerungen und Forschungs- und Entwicklungsergebnissen (eventuell sowas ähnliches, aber besseres als der Slogan von damals „Überholen ohne Einzuholen“), die heute breit mobilisieren müsste. Das wäre für ein Klima zugunsten von deutlich mehr Neuerungen einfach nötig.
Nun, auch damals half der Slogan nicht ausreichend, Allerdings zeigte die sehr konsequente Förderung in den Forschungs- und Entwicklungs-Bereich unter anderem auch ihre Schattenseiten. Die Wirtschaft wurde überfordert, das Alltagsleben litt darunter, viele nicht für die Entwicklung benötigten Produkte wurden knapp, strategisch endete das in der neuen Strategie, der Orientierung auf die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Zuwendung zu den „Tausend kleinen Dingen“ und dem (zu konsequenten) Abbruch vieler auf die Zukunft gerichteter Arbeiten. Das betraf leider auch die Systematische Heuristik nach 2jähriger Tätigkeit als eigenständige Abteilung.
Die Abteilung Heuristik wurde nach dem Modell der Kaiser-Wilhelm-Institute Anfang des 20. Jahrhundert gegründet. Einer als fähig eingeschätzter Persönlichkeit wurde eine Institution mit ausreichend Personal zur Verfügung gestellt. Dabei konnte diese Person, Prof. Johannes Müller, sich aus seinem Kreis der externen Promovenden, den Arbeitskreisen des Forschungsrates u.a. geeignete Leistungsträger aussuchen, die mit >20 wissenschaftlichen Mitarbeitern und technischen Kräften kurzfristig zur Abteilung Heuristik im Januar 1970 zusammengeführt wurden. Die Abteilung arbeitet nach den Prinzipien des neuen Ökonomischen System ökonomisch selbstständig und mit wirtschaftlicher Rechnungsführung auf Basis von Verträgen mit den Großforschungszentren. Ziel war, die Systematische Heuristik in den Großforschungszentren praktisch einzuführen und gleichzeitig ihre Weiterentwicklung zu betreiben.
Die Weiterentwicklung konzentrierte sich auf eine erweiterte Auflage der „Programmbibliothek zur Systematische Heuristik für Naturwissenschaftler und Ingenieure“[1, Quelle [42]]. Das ist bis zum Ende der Abteilung Januar 1972 gelungen [1,Quelle [45]]. Heute meine ich, die viele Arbeit zur Weiterentwicklung hat vor allen uns selbst genutzt, aber die so entstandene dreibändige Bibliothek hat zu einer viel tieferen Differenzierung der betroffenen Handlungen durch die bereitstellten Programme geführt, die unter Umständen zur strengeren Determinierung des kreativen Prozesses führen kann. à Weniger ist mehr! Dass die spätere Anwendung häufig auf die einfachere einbändige Ausführung zurückgriff, spricht für diese relativ „grobe“ Aussage zur Nutzung einer “weniger detaillierten“ Programmform.
Der Schwerpunkt der Abteilung war die Arbeit in den Forschungs- und Entwicklungs-Bereichen der vier Großforschungszentren Robotron Dresden/Karl-Marx-Stadt, Werkzeugmaschinenbau Karl-Marx-Stadt, Chemie Leuna und Erdölverarbeitung Schwedt. Dazu wurden gemeinsame Arbeitsgruppen mit Delegierten der Zentren gebildet und vor allem aktuelle Forschungsthemen gemeinsam bearbeitet. In der Regel begann die Bearbeitung mit der Präzisierung des Themas nach dem „Heuristischen Programm A2 zur Präzisierung von Aufgabenstellungen“, danach ging es der Orientierung der Programmbibliothek und der Aufgabe entsprechend mit anderen Programmen weiter.
Während der zwei Jahre bis 1972 wurde so ein sehr großes Praxisfeld bestrichen, was leider nicht mehr genügend ausgewertet werden konnte. Aus heutiger Sicht wohl das größte praktizierte Anwendungsfeld weltweit für eine komplexe Kreativitätstechnik.
Mit der oben benannten neuen Strategie wurden in der DDR viele Bereiche der bis dato gängigen Förderung eingestellt. So auch die AMLO [Akademie für Marxistisch-Leninistische Organisationwissenschaften Berlin]. Dieser war die 1970 gegründete Abteilung Heuristik [nicht Systemtische Heuristik – das war das System zur Bearbeitung von F/E- und anderen Aufgaben; die Abteilung hieß nur „Heuristik“ – Fehler in WIKIPEDIA] zugeordnet und als relativ selbstständige Außenstelle in Karl-Marx-Stadt installiert worden. Leider geriet sie durch diese Zuordnung schnell trotz offizieller Bestätigung ihres erfolgreichen Wirkens mit in die „Abwicklung“ der Organisationswissenschaft. Diese war systemgemäß sehr konsequent, so wie umgekehrt vorher eine „Förderung“ sehr konsequent betrieben worden war – so zum Beispiel – dass das nicht einfache Thema Systematische Heuristik sogar Gegenstand eines DDR-weiten SED-Parteilehrjahr wurde. Das Personal verstreute sich gefördert meist in seine Herkunftsbereiche, Prof. Müller ging mit einer kleinen Gruppe an die Akademie der Wissenschaften der DDR, allerdings mit einer veränderten Aufgabe [Informationsprozesse in Forschung- und Entwicklung] – ohne die Auswertung der immensen Praxiserprobung noch durch führen zu können [1, Quelle [47]].
Die nun ehemaligen Heuristik-Mitarbeiter – ein sehr leistungsfähiger Kreis – traf sich viele Jahre (bis 2022) jährlich und einige von ihnen betrieben je nach Gegebenheiten die Förderung kreativen Arbeitens dezentral nach 1972 auch weiter. Dazu ist im Buch eine ausführliche Beschreibung solcher wichtigen Aktivitäten erfolgt.
Die Systematische Heuristik stellt ein komplexes System von methodischen Hilfen, meist als heuristische Programme, aber auch Verhaltensweisen u. a. gedankliche Unterstützungen bei der Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungs-Aufgaben u.a. dar. Die geniale Idee Prof. Müllers wurde durch das Beobachten sehr vieler Forschungs- und Entwicklungs-Arbeiten und das Erfassen deren methodischen Vorgehens vervollkommnet. Prof. Müller konnte hierfür viele Doktoranten gewinnen, die viele solcher Analysen durchführten und so seine genialen Verallgemeinerungen stützten. Das so entworfene System ist in seiner Handhabung recht anspruchsvoll und wurde in Wochenlehrgängen weitergebildet, wobei das Erleben von praktischer heuristischer Anwendung bei realen Themen ein wesentlicher und aufwändiger Bestandteil war. Von der Abteilung wurde daher nicht nur in den Großforschungszentren durch Bearbeitung realer Forschungs- und Entwicklungs-Themen notwendige Weiterbildung zur Systematische Heuristik betrieben, sondern auch nahezu ständig durch externe Weiterbildungslehrgänge auf dem Bärenstein/Erzgebirge. D.h. also, ein gedrucktes Papier konnte nur einen Teil des notwendigen Wissens zur Anwendung übermitteln. Das Erleben, wie eine praktische Anwendung erfolgte, war auch für die Abteilungsmitarbeiter – da speziell bei Prof. Müller – die notwendige Ergänzung zu den vermittelten methodischen Grundlagen. Die spätere Weiterbildung durch meist ehemalige Abteilungsmitarbeitern erfolgte in Wochenlehrgängen deshalb auch mit Bearbeitung mindestens eines realen Themas.
Hervorgehoben sei hier das Programm A2 der heuristischen Programmbibliothek. In der Regel wurde es als erstes bei einem Thema genutzt. Es kann als das leistungsfähigste Programm eingeschätzt werden und stellt ein eigenes komplexes ein eigenes komplexes System dar, was über die wenigen fixierten Schritte weit hinaus geht.

Das Bild (aus [3]) zeigt eine Übersichtsdarstellung zum System der SH. [In der Bildunterschrift bezieht sich „A2 auf Arbeitsblatt (Abl.) 5.7“ aus [3]
In der praktischen Bearbeitung zeigte sich meist schon bei den ersten Stunden der Arbeit nach dem A2-Programm bedeutende Erkenntnisse. So wurde oft klar, dass die Aufgabenstellung unzureichend, sogar falsch gestellt wurde. Durch die tiefgründige Auftaktanalyse wurde das erreicht. Auch im weiteren Ablauf wurde zum Teil schnell erfasst, was der Kern der Aufgabenstellung ist. So passierte es, dass in kommerziellen Weiterbildungslehrgängen mit mehreren Industriepartner bei der Bearbeitung eines realen Themas (als reales praktisches Beispiel) aus einem Betrieb, deren Bearbeiter um Abbruch baten, weil die „kreative“ Substanz des Themas offensichtlich wurde.
Das A2-Programm wurde durch einige wichtige Substanzbestandeile besonders wirksam [3, s.S,175 ff.]: die Schwerpunkte der tiefgründigen Klärung des Sinn und Zwecks der Aufgabenstellung (gesellschaftliches Bedürfnis), das Modell der Drei-Ebenen – Schritt- und Schichtfolgen – mit der der Aufgabe übergeordnete methodische Ebene, der Ebene der Aufgabe und der Ebene der Anwendung mit jeweils vorgängigen und nachfolgenden Schritten zur Klärung der Ausgangsgröße der Aufgabenstellung, die „Wirkpaarung“ [3,S 178] und andere. Heute könnte die A2-Anwendung vor jeder Anwendung einer generativen KI-Anwendung genutzt werden. Die Vermittlung solcher neuen Hilfsmittel in Forschung, Entwicklung und technische Vorbereitung muss in der Ingenieurausbildung erfolgen.
Selbstverständlich leisteten auch andere der vielen Programme wesentliches für den Bearbeitungs-fortschritt, sodass insgesamt mit Anwendung der der Systematischen Heuristik bedeutende Ergebnisse und Erfolge erzielt wurden. Mit Recht wurde daher vieles der Systematischen Heuristik in die später breit eingeführten Erfinderschulen und andere Weiterbildungen zu Kreativitätstechniken übernommen.
Allerdings ein sehr wichtiges und ergiebiges Element hat die Systematische Heuristik leider nicht erfasst, was eigentlich bei ihrer Herkunft erstaunt. Die Philosophie benennt, dass Widersprüche die Triebkräfte der Entwicklung sind, und der Widerspruch als hochkreatives Element fand kein eigenes Feld in der Systematischen Heuristik. Erst Altshuller hat 1973 mit [4] die Bedeutung des Widerspruchs (also eine Sache soll ‚heiß und zu gleich kalt‘ sein, aber nicht lauwarm als Lösung finden) für das erfinderische Problemlösen in der DDR bekannt gemacht. Und so wurde ab 1973 mit [4] intensiv die Widerspruchsproblematik (s. [3, Kap. 8]) in die Problemlösungsmethoden einbezogen. Mehr zu Systematischen Heuristik als System und weiteren Nutzung siehe bei [1].
In der DDR wurden die Erfinderschulen von der Kammer der Technik (KdT) – dem DDR-Pendant des VDI – organisiert und durchgeführt. Viele haben sich dabei als Methodiker und Leittrainer engagiert, genannt seien davon hier Herrlich, Eilhauer, Herrig, Koch, Rindfleisch, Thiel, Preisler, Stanke, Weber und Zobel. Einzelheiten zu der leider nicht mehr praktizierten Vorgehensweise finden sich in der Arbeit „Erfinderschulen in der DDR“ von Rindfleisch und Thiel [6]. Über seinen methodischen Wert hinaus war dieses nicht-kommerzielle Projekt in seiner Art wohl einmalig.
Mit TRIZ (Theorie zur Lösung erfinderischer Aufgaben – russ.) nach Altshuller einerseits und den ausgebauten Systemen zur Erfinderschulen der Kammer der Technik und letztlich dem „ctc“ (Trainingszentrum für wissenschaftlich-technische Kreativität“) bei der Bauakademie der DDR andererseits standen nun zwei ausgebaute Systeme zur Kreativitätsförderung zur Anwendung in der DDR zur Verfügung. Mit der Wende wurde beides nicht zentral unterstützt weitergeführt. Herrlich benennt in [1, S,187] einen leider sehr subjektiven Grund, der neben der so fehlenden Institutionalisierung der Kreativitätsförderung nach der Wende einen nicht so schnell aufholbaren Rückschlag begründet.
In den letzten Jahren tritt eine immer größere Vielfalt von Kreativitätstechniken – oft einfache Ideengewinnungsmethoden – in der Literatur auf, die einer kommerziellen Interessenslage folgend letztlich oft nur eine namentliche Variante und die Illusion über ihre Möglichkeiten erzeugt, aber für ein mühevolleres Befassen mit Kreativitätsförderung wenig hilfreich sind (zum Beispiel: es müsste vorher mit einer Analyse der Aufgabenstellung begonnen werden!). Klar ist aber auch, fast jede der so kreierten (meist einfachen) Kreativitätstechniken kann einen Nutzen haben und so helfen, auch wenn es nur die x-te Variante einer anderen ist. Es geht nicht darum, solche Anwendung zu verteufeln, sondern froh zu sein, dass überhaupt Kreativitätstechniken angewendet werden und zu erkennen, dass mehr möglich und nötig ist. Aber gleichzeitig ist zu verhindern, dass sich quasi mit solchen Anwendungen eine Alibifunktion zu echter Kreativitätsförderung etabliert (nach [5]).
Ebenso kann als Anlass für Kritik an Kreativitätstechniken die zunehmende „Vervollkommnung“ von schon komplexen Kreativitätstechniken gelten, die zu immer umfangreicheren und determinierten Vorschriftenfolgen/Fragestellungen/Schritten führen. Sie schränken dann eventuell den Benutzer als Souverän ein, können ihn nicht nur beeinträchtigen, sondern auch in ausufernden Hinweisen nicht zum Kern/Widerspruch kommen lassen (Siehe oben die Hinweise zur geringen Nutzung der dreibändigen Programmbibliothek der Systematischen Heuristik).
Die in [5] dazu erfolgte Auseinandersetzung führte zu der durchaus fragwürdigen Effektivitätseinschätzung von gut moderierten komplexen Anwendungen von Kreativitätstechniken mit der Aussage von ca. 20 … 60 % Leistungszuwachs und sicher zu der Notwendigkeit, mehr diese Anwendungsart zu nutzen. Also mehr für die Nutzung anspruchsvoller Kreativitätstechniken mit Moderation und Nutzung des ‚Gruppeneffekts‘ zu tun. Diese potentielle Leistungssteigerung darf angesichts der eingetretenen Situation von immer mehr negativen Entwicklungen im Lande nicht mehr in so breitem Maße ungenutzt bleiben.
In diesem Sinne für einen Versuch, die Kreativitätstechniken schon unter Schülern zu verbreitern, hat [1, S.177] dazu ein MINT-Gymnasium gewählt. 2025 schreibt er dazu: “Die Unterstützung der Schulleiterin hatte ich. Bei dieser Zusammenarbeit wurde aber auch schnell klar, dass das Lehrpersonal unbedingt mit diesen Techniken vertraut sein muss, um diese in den so schon straffen Lehrplan effektiv einbauen zu können. Durch die Auflösung unseres Vereins endete auch die Zusammenarbeit mit dem MINT-Gymnasium. Übrig geblieben ist die Feststellung, dass die Förderung von Kreativität mit dem Ziel erfinderisch tätig zu sein, unbedingt bereits bei der Ausbildung des Lehrpersonals beginnen muss“. Daran zeigt sich, dass für eine breite Kreativitätsförderung mit klarem Effekt für eine deutliche Leistungssteigerung viel zu tun wäre, nicht nur deutlich mehr Geld, sondern eine konzertierte Aktion über längere Zeit beginnend schon bei der Ausbildung. In der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden sind die Methoden des schöpferischen Arbeitens (Kreativitätstechniken, Inventionsmethodik, Innovationsmethodik) stärker (oder überhaupt) zu berücksichtigen. Das gilt besonders für Ingenieurausbildung und anderen MINT-Fächern. In der Lehrerausbildung muss ein Gleichgewicht von Lehrfachmethodik und Didaktik und Methodik hergestellt werden. Das Bildungswesen in Deutschland – von den letzten Schuljahren der allgemeinbildenden Schulen bis zu den Hochschulen – müsste Kreativitätstechniken als verbindliche Lehrbestandteile staatlich für alle Lehrpläne anweisen.
Es müsste – wie ein Bundespräsident ‘mal formulierte – ein „Ruck“ durch die Gesellschaft als Auftakt einer konzertierten Aktion gehen. Dazu sollte zum Beispiel neben der breiten dezentralen Anwendung in der Industrie durch die Bundesregierung vieles angeschoben werden. Eine zentrale Stelle müsste es koordinieren mit „Innovationsbeauftragten“ in allen Ministerien. Nötig sind auch eine Reform der Patentgesetzgebung (siehe dazu die konkreten Forderungen der Deutsche Aktionsgemeinschaft Bildung-Erfindung-Innovation DABEI e.V. betreffs Patenten, Erfindungen … im Internet), Vereinfachung und Kostensenkung bei Erfindungen und Neuerungen, Einrichtungen der Ausbildung zu Kreativitätstechniken an Hochschulen, Intensivierung von Jugend forscht Ochschiueln und ähnliches mehr. Das könnte so weit gehen, wie der Vorschlag 2025 einer ehem. Seminargruppe der Technischen Universität Dresden, die sich seit 1964 jährlich trifft, und ihre Sorgen betreff Kreativitätsförderung in einem Offenen Bref an je ein sächsisches und Bundesministerium und andere Personen adressierte: „Einrichtung eines Förderinstituts für das Erreichen der Hochschulreife für MINT-Fachrichtungen für Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern samt nachfolgender Stipendienunterstützung bei positiven Resultaten im Studium“ (siehe dazu auch in [5]). Aus ihrer eigenen DDR-Erfahrung resultiert dieser Vorschlag, denn 25 % der Studenten dieser DDR-Seminargruppe haben ihr Abitur nicht an der Oberschule – d. h. dem Gymnasium – erworben, sondern an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät, der „ABF“ (Der Brief blieb ohne Antwort der staatl. Stellen.). Aber mehr MINT-Absolventen werden gebraucht werden werden.
Viele Einrichtungen und Personen (außerhalb des kommerziellen Bereichs) haben sich in den vergangenen Jahren und heute um die Kreativität bemüht: die Deutsche Aktionsgemeinschaft Bildung-Erfindung-Innovation DABEI e.V., die Deutschen Gesellschaft für Kreativität e. V., die KIT-Initiative Deutschland e.V., iENA: Internationale Fachmesse „Ideen-Erfindungen-Neuheiten“ in Nürnberg, Hans Sauer Stiftung Deisenhofen und weitere hier nicht benannte. Aber all das und vieles andere hier nicht Erfasste meist ehrenamtliche ist hoch anzuerkennen. Praktisch hat sich leider kaum was zum Besseren verändert. Die Quantität der Erfindungen, Neuerungen hält mit den international führenden Volkswirtschaften nicht mit und an den von Heister [2] sehr kritisierten Zustand einer „Erfinderfeindlichkeit“ in Wirtschaft und Politik scheint sich nichts Grundlegendes verändert zu haben.
Das könnte auch für das Papier der Bundesregierung „Verantwortung für Deutschland“ gelten. Nun, Vorhaben stehen genügend drin. Aber schlimm ist – wie bei der Vorregierung: „Innovation“ gibt es sehr häufig in dem Papier; aber nicht ein einziges Mal Erfinder oder Erfinderinnen. Was sind das dann für Innovationen (in Wirtschaft und Technik) ohne Erfindungen, die doch erst das Salz in der Suppe sind.
Also hier macht die Bundesregierung weiter wie die vorherige. China würdigt seine Erfinder z.B. durch staatliche Ziele für sie; Deutschland vergisst sie (zu fördern) .
Zurück zur Systematischen Heuristik. Sie war mal staatliche Zielstellung zur Förderung leistungsfähiger Forschungs- und Entwicklungsergebnissen. Nach dem Abbruch ihrer ‚Institutionalisierungsbasis‘ als zentrale hauptamtliche Förderquelle wurde das Gedankengut dezentral durch Informationsträger weiterverbreitet und hat so mit anderen ähnlichen Entwicklungen zu einer neuen Qualität der Förderung der Erfindertätigkeit in der DDR mit den KDT-Erfinderschulen und dem Kreativitätszentrum ctc der Bauakademie geführt. Mit der Wende sind diese erfolgreichen Einrichtungen auch letztlich wieder abgebrochen/geschlossen worden. Zwar gibt es mit „Jugend forscht“ noch zentrale Aktivitäten. Allerdinge angesichts des deutlich spürbaren Abwärtstrends ist das keinesfalls ausreichend. Es muss deutlich mehr erfolgen (wie benannt). Das Bemühen um mehr Anwendung von leistungsfähigen Kreativitätstechniken ist einfach notwendig und die Praxis lehrt, es muss staatlich gefördert werden. Da kann das ansonsten kaum kreativitätswirksame Brainstorming vielleicht bei der Auflistung der nötigen Vielfalt – das kann es gut – helfen, weil dabei – ausnahmsweise – der in Philosophenkreisen berühmte „Umschlag der Quantität in eine völlig neue Qualität“ erfolgen könnte.
Großen Dank möchte ich abschließend für die konstruktiven und vielfaltigen Hinweise und die so erfolgte Mitarbeit an dieser Ausarbeitung aussprechen den Kollegen Prof. Dr. Klaus Busch, Rostock, Dr. Stephan Harhoff, Dresden, Prof. Dr. Volker Heyse, Donaustauf, Dr. Bernhard Malsch, Meißen, Dr. Bernd Weber, Chemnitz, und Doz. Dr. Dietmar Zobel, Lutherstadt Wittenberg.
Literatur:
[1] Stanke, K.; Koch, P.: 50 Jahre Systematische Heuristik. LIFIS Berlin 2021
[2] Heister, M.: Bildung Erfindung Innovation. Band 2. Verlag Iduso, Bonn 2013
[3] Stanke. K.: Handlungsorientierte Kreativitätstechniken. Für Junge Einsteiger und Profis. Trafo-Verlag, Berlin 2011
[4] Altshuller, G. S.: Erfinden – (k)eln Problem. Berlin: Verlag Tribüne, 1973
[5] Stanke, K.: Möglichkeiten und Grenzen von Kreativitätstechniken. In www.kreativität4punkt0.de bzw. www.kreativität-techniken.de oder später in www.problemloesendekreativtaet.de
[6] Rindfleisch, H.; Thiel, R.: Erfinderschulen in der DDR. Trafo- Verlag 1994
2026
Leider ein schlechter Beginn: Unser Kollege Dr.-Ing Hubert Zeidler ist am 09. 02. 2026 verstorben. Seine Urnenbeisetzung findet am 26.03. beim Krematorium Chemnitz statt. Wir verlieren einen sehr angenehmen Menschen, der sehr zuvorkommend und freundlich mit hoher Fachkenntnis unsere Abteilung vertreten hat und danach uns ein treuer Wegbegleiter gewesen ist. Wir ehren sein Angedenken.
2025
Jan./April 2025 Die Abschlussveranstaltung der Angehörigen der ehemaligen Abteilung Heuristik im 55. Jahr nach Gründung fand am 17. April 2025 in den Ratsstuben Chemnitz statt. –>s. Abt. Heuristik
März/13. Juni2025
Ach, die neue Bundesregierung will heute antreten und hat ein Papier vorgelegt
Verantwortung für Deutschland.
Nun, Vorhaben stehen genügend drin. Welche werden, wer weiß? Aber schlimmer noch, „Innovation“ gibt es SEHR HÄUFIG in dem Papier; ABER NICHT EIN EINIGES MAL „ERFINDEN, ERFINDER.INNEN“. Was sind das dann für Innovationen (in Wirtschaft und Technik) ohne Erfindungen, die doch erst das Salz in der Suppe sind.
Also hier macht die Bundesregierung weiter wie die vorherige. China würdigt seine Erfinder; Deutschland vergisst sie (zu fördern) . Sie unten „Kurzbeitrag“:
Zu diesem Papier und einem Treff einer engagierten Seminargruppe, die sich seit 60 Jahren jährlich trifft, ist ein „Offener Brief“ entstanden, der Bezug zu den Kreativitätstechniken auf weist, nämlich der Erfinderförderung . Er wurde am 13. Juni an die benannten Ministerien und einige Kollegen versandt. Von den Ministerien liegt bis 9.7.2025 kein Kommentar vor. Der Brief folgt im Wortlaut:
Offener Brief
an an Innovationen und Erfindungen Interessierte
sowie insbesondere an das
Sächsische Staatsministerium für Kultus Dresden und das Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt Berlin
Freitag, den 13.06.2025
‚Verantwortung für Deutschland‘ und unser Buch: „Über 60 Jahre aktiv – ½ DDR, ½ BRD“
Mit Deutschland geht es z.Z. insgesamt bergab. Die neue Bundesregierung will das verhindern. Wirklich?
Vorhaben stehen im o.g. Papier genügend drin. Welche werden umgesetzt, wer weiß? Krass ist, den Begriff „Innovation“ gibt es weit mehr als 100Mal in dem Papier. Für vieles davon gibt es sogar voraussichtlich Geld. Leider nicht einmal liest man ERFINDEN oder Erfinder. Was sind Innovationen ohne Erfindungen?
Das alles wäre gar nicht so schlimm, gäbe es eine gesellschaftliche Auseinandersetzung [1]. Die Missachtung der Bildung (Fridays for future!) z.B. ist einfach ein Schurkenstreich, der den jungen Menschen suggeriert, es muss nicht bis zur letzten Anstrengung gehen, Bildung sei auch nur ein Zeitvertreib und andere machen es eben anders. … Aber dafür wurden leider die Weichen schon viel früher gestellt, und es ist keineswegs so, dass das in einigen Jahren schnell aufgeholt werden kann. Dafür ein kleines Beispiel: Anfang der 90er Jahre hat die TU Dresden schon damals gut regiert und die Informatikfakultät mit der Elektrotechnischen Fakultät vereinigt (wie es in der aktuellen Analyse von Michael Rose [1] gefordert wird). ABER dabei wurden die ursprüngliche Anzahl von >90 Professoren-stellen (samt Mitarbeitern usw.) auf 1/3 reduziert. Natürlich ist auch eine ‚Professorenstelle ET/IT nicht die Welt/der technische Fortschritt‘, aber 60 sind mehr als eine gute Hochschule! Der Autor ist also nicht verwundert über obige Wortanalyse!
Nun zum Anlass des Briefes. Eine Seminargruppe – 19 Kommilitonen, davon eine Frau – absolvierten 1964 an der TU Dresden ihren Dipl. Ing. oec. nach 11 Semestern Studium der Ingenieurökonomie. Sie gingen in die Praxis mit durchaus verantwortlichen Positionen und bei z.T. mehrfachem Wechsel der Tätigkeiten, z.B.
Einer baute eine Planeta-Fabrik in Indien auf, die heute noch läuft, ein anderer war Abteilungsleiter ‚Neue Technik‘, danach bis Generaldirektor und noch Dozent bei der IHK, weitere: Organisator bei der Wismut, Informatiker bei Robotron und Aufbau einer mechanischen Fertigung in Brasilien, Kreativitätsmethodiker und Prof. für Technologiemethodik, Planökonom Motorradwerke Zschopau, im Stab des DDR-Ministerrates für die Leichtindustrie, Leitungsfunktion im Bahnbetriebswerk Frankfurt/O., Leitender Ökonom Betriebsteil Carl Zeiss Jena, Perspektivplanerin Schiffsbau der DDR, Ökonom im VEB Planeta Radebeul, wissenschaftlicher Mitarbeiter und später Designer bei Robotron (in den 80ern Design-Preis der DDR), Planer im Bereich Technik Traktoren-werk Schönebeck, in der Abteilung Finanzen für Investitionen des Kombinates Erdölverarbeitung Schwedt, EDV-Programmierer für Abläufe in einem Projektierungsbetrieb, Mobilisierung und Abwicklung der DDR-Botschaft in Chile.
Das Besondere an diesem Kreis: Die Seminargruppe hält seit über 60 Jahren zusammen.
Über diese Gemeinschaft und wie sie entstanden ist – von der Hochschulreife über das Studium, den Studienplan und das Leben im Studium, ihre Lebensläufe schrieben sie als Autorenkollektiv ein Buch. 280 Seiten, hunderte Bilder, Titel sie oben, mit dem Untertitel „Wie die Seminargruppe Ing. oec. 1958/1 MB von 1958 bis 2024 gemeinsam existierte und ihre Zeit erlebte“.
Ein Buch ging an die Technische Universität Dresden. Der Rektorin Prof. Dr. Ursula M. Staudinger war unser Buch eine Einladung zu einem gemeinsamen Gespräch wert. Ein weiteres Exemplar liegt im Dresdner Stadtarchiv. Hier gab es dazu eine „Öffentlichen Lesung im Stadtarchiv“ im Mai 2025. Im Ergebnis dieser Veranstaltung haben wir – fast alle 85jährigen ehem. Studenten – den Auftrag formuliert, untengenannte Empfehlung weiter zu leiten:
Dazu erstmal den Einschub: Erfinden und technischer Fortschritt wird konkret an Patenten gemessen. Das ist ein Gradmesser für die Leistung einer modernen Gesellschaft.
Die VR China hat die Marke von 4,7 Millionen eigenen Patenen überschritten. 2024 hieß das 14 hochwertige Patente auf 10.000 Einwohner. Deutschland hat 2023 insgesamt 38 000 eigene Patente zur Anmeldung gebracht, das sind 4,6 auf 10.000 Einwohner. Immerhin ein kleiner Anstieg zu den Vorjahren, aber weit weg von der besten Zahl des Jahres 2019 mit 46.000 Anmeldungen.
Was aber bei den Zahlen tragisch auffällt, ist nicht nur der riesige Abstand, der sich mit modernster Technik auch praktisch immer deutlicher zeigt, z.T. an der klaren Führerschaft der VR China bei E-Autos, Solar, Kosmos, Bauwesen usw., ist, dass die chinesische Regierung für 2024 eine Planvorgabe von 12 hochwertigen Patenten pro 10.00 Einwohner (also übererfüllt) im Auge hatte. Die Patentsituation wird staatlich gemanagt und findet gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das wünschten sich deutscher Erfinder. China ist erst seit etwa 30 Jahren im Patentwesen ernsthaft tätig und erreicht enorme Steigerungsraten. Warum schafft das Deutschland nicht mehr?
Es ist kein Zufall, sondern ernsthaftes Missachten der Erfinder in Deutschland. Dazu den interessanten Beitrag lesen von Michel Rose in der Frankfurter: “Der lange Abstieg des deutschen Ingenieurs“ aus Frankfurter Allgemeine Zeitung (Kopiert am 26.05.2025 aus dem Netz). Das ist nicht neu in Deutschland, schon viel früher hat Heister [2] da sehr fundiert das negative Image der Erfinder in der Gesellschaft Deutschlands beschrieben (vgl. auch [3, S.209 f.].
Aus unserem Buch und der Lesung geht die schon angekündigte Empfehlung hervor, auf der Basis das von unsern 19 Absolventen allein fünf nur mit strikter Förderung der Gesellschaft der DDR damals zum Studium kamen – oft mit Bremsen der Eltern (s. Lebensläufe) – insbesondere über die ABF (Arbeiter- und Bauernfakultäten der Hochschulen) und alle aus nichtakademischen Elternhäusern (außer einem) stammen. Also, ein Viertel unserer Absolventen hätte es in der Bundesrepublik Deutschland nicht gegeben.
Unsere Empfehlung: Mehr Bedeutung dem Erfinden zuordnen durch Taten und speziell dafür die Basis Stärken durch
Einrichtung eines Förderinstituts für das Erreichen der Hochschulreife für MINT-Fachrichtungen für Kinder aus nicht-akademischen Elternhäusern samt nachfolgender Stipendienunterstützung bei positiven Resultaten im Studium.
In der Bundesrepublik Deutschland gab es mehr Studenten als in der (z T. mit Zulassungen geplanten) DDR-Studienlandschaft, aber vor allem Juristen, Ökonomen, Sozialwissenschaften u.a. – wenig MINT-Fächer. Aber (nur) diese produzieren Patente und Erfindungen. Da wir – wenn überhaupt – kaum akademisch gebildete MINT-Absolventen in der Regierung hatten, ist das o.g. „Vergessen“ des „Erfindens“ fast erklärlich!? Auch wir als Dipl. ing. oec, – also Ökonomen – würden das Konzentrieren aus unserer Erfahrung auf die MINT- Fachrichtungen verstehen. Es müsste so ähnlich wie die ‚Agentur für Sprunginnovationen‘ in Leipzig gegründet und ausgestattet sein. Wobei eigentlich diese Einrichtung unsere vorliegende Empfehlung hätte öffentlich selbst erhoben haben müsste.
Unsere Empfehlung ist ein erster relativ einfacher Schritt einer notwendigen komplexen, anstrengenden, auch Leistung fordernden und schwierigen Entwicklung des nationalen Bildungswesens hin zu dem Ergebnis, dass Wirtschaftswachstum und Leistung Deutschlands wieder mit Innovationen aus eigenen Erfindungen/ Neuerungen generiert werden können. Das umfasst ein anderes gesamtgesellschaftlich organisiertes Herangehen an das Erfindungswesen als die Quelle für Innovationen als bisher.
Mit freundlichen und optimistischen Grüßen
i. A. Prof. Dr. Klaus Stanke
PS: Es gebe noch eine andere Lesart, warum keine Erfindungen im Regierungspapier gefordert werden und so auch nicht gesondert zu befördern seien. Wenn die Wirtschaft wieder wachsen soll und muss, geht das mit Investitionen auch ohne große Erfindungen durch quantitative Erweiterung z. B. mit militärischen Produkten (Rüstungswahn; die Bundeswehr zur größten Armee Europas machen zu wollen!). Während zivile Produkte und Dienstleistungen sich schnell auf dem Markt als Innovation bestätigenmüssen, ist das bei militärischen Produkten erst – überhaupt und schlimmerweise – auf dem Schlachtfeld der Fall, bis dahin können auch Pseudo-Innovationen als Erfolg gelten (z. B. die Dicke Berta). So könnte auch ein schnelles Wirtschaftswachstum ohne mehr Erfindungen durch eigene Rüstung entstehen und es brauchte bequemerweise keine lang dauernden, sehr fordernden Anstrengungen für eine neue, teure und qualitätsgerechte Bildung. Allerdings auch so kein technischer Fortschritt, der friedlich ist. Zwar hochgerüstet, verschuldet, auf dem Weltmarkt abgehängt, nahe in der Situation auszuprobieren, ob es reicht für eine (welche) Überlegenheit, das Land und das Leben militarisiert, Ressourcen vergeudet … So etwas will eigentlich fast keiner ernsthaft, also … .
Literatur
[1 ] Artikel von Michael Rose: “Der lange Abstieg des deutschen Ingenieurs“ Frankfurter Zeitung. Kopiert am 26.05.2025 aus dem Netz. Michael E. Rose erforscht Innovationsprozesse am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München.
[2] Heister, M.: Band 1: ‚Bildung-Erfindung-Innovation – 25 Jahre DABEI-Einsatz für Deutschlands Zukunft‘ ISBN: 9783981083743; zum Zitat besonders: Band 2: ‚DABEI-Expertenwissen für Erfinder und Unternehmer 512 Seiten, Broschüre DIN A5 ISBN: 9783981083750 – 2013
[3] Stanke, K.: Handlungsorientierte Kreativitätstechniken. Trafo-Verlag Berlin 2011
Noch aus 2024:
Methodik der Innovation Grundrechenarten des kreativen Problemlösens
Die 2. überarbeitete Auflage vom Autorenkollektiv Erik Busch, Klaus Henning Busch , Volker Heyse und Kai Nobac
ist bei SpringerGabler erschienen. ISBN 978 3 58 45475 3. Ich habe vor, in absehbarer Zeit wieder (s. u.) eine Rezension dazu zu verfassen.
Ein sehr freundlicher Kommentar:
israelxclub.co.ilx d8c603@gmail.com
Dies ist die richtige Website für alle, die sich wirklich über dieses Thema informieren möchten. Du verstehst so viel, dass es fast schwer ist, mit dir zu streiten (nicht, dass ich das wirklich willÖHaHa). Sie geben definitiv einem Thema, das seit Jahren diskutiert wird, einen neuen Dreh. Ausgezeichnetes Personal, einfach ausgezeichnet!
Allen Nutzern ein frohes Neues Jahr2025 möge es deutlich besser werden als das Vorjahr, das zu recht den unten benannten Song verdient.
Kurzbeitrag
„Leise stirbt die BRD …“ Oktober 2024
Mit Ihrem Song „Leise stirbt die BRD …“ hat das Duo „Aliensbestfriend“ (LEISE STIRBT DIE BRD – Intermezzo des Tages #34 – Alien’s Best Friend – Satire (youtube.com)) eine erstaunlich treffend kurze, musikalische Gesamteinschätzung der Lage in Deutschland geschaffen. Das war im Dezember 2022, als der satirische Song erschien.
In der danach vergangenen Zeit haben immer mehr Politiker, Unternehmen, Parteien einen abnehmenden Trend für Deutschland bestätigt, der mehr ist als eine Krise. Volkswagen steht dafür ebenso wie viele Aussagen der Opposition, ja selbst die Regierung ruft zu einem Kampf gegen den Wirtschaftsrückgang auf. Was oben und damals noch Satire war, ist jetzt offensichtlich so bedrohend geworden, dass selbst diese schwache Regierung Befürchtungen hat. Mit Recht offensichtlich. Immer mehr Menschen begreifen es auch im Land.
Aber das Problem liegt tief. Wenn die Schüler – wohlwollend unterstützt von Regierungsparteien –Schulstreik (Friday for future) als akzeptabel empfinden, kriminelle Klimakleber für ihren Wahn Verbrechen begehen und von den Medien und Anderen toleriert werden u.a. m., zeigt dass, das Grundwerte der Gesellschaft verloren gegangen sind für eine Ideologie, die selbst die Bildung opfert, das Zusammenleben beeinträchtig, irrsinnige Geldmengen für irrwitzige Ziele verschwendet usw., im Glauben, sie könne gegen die Sonne gewinnen. Ich persönlich bin froh, dass die letzte Eiszeit mit über mir 120 m Eis seit 12 000 Jahren vorbei ist und das mehr an CO2.die Erde grüner werden lässt. ‚Klimaleugner‘ würde ich beschimpft werden. Nein, ich bezweifle nicht, dass Klima sich ändert, aber ob es ‚Menschgemacht‘ ist, schon. Die Sonne strahlt ununterbrochen das ca. 13 000-fache aller menschlicher Energieerzeugung ununterbrochen auf die Erde. Wer glaubt, dagegen was tun zu können, will Gott spielen oder denkt, aufs Fleisch zu verzichten, helfe.
Das alles würde gar nicht so schlimm sein, einfach eine gesellschaftliche Ausein-andersetzung, wenn nicht die entscheidenden Potentiale dabei verbraucht bzw. anders eingesetzt werden würden, als objektiv nötig. Die Missachtung der Bildung z.B. ist einfach ein Schurkenstreich, der den jungen Menschen suggeriert, es muss nicht bis zur letzten Anstrengung gehen, Bildung sei auch nur ein Zeitvertreib und andere machen es eben anders. …
Und damit nach der langen Einleitung zum Thema: technischer Fortschritt, konkret an Patenten gemessen. Und dabei zeigt sich, das ist nicht nur ein technisches Problem, sondern ein Gradmesser für die Leistung einer modernen Gesellschaft. Nun die Fakten dazu.
Die VR China – witziger Weise oft bei uns noch des geistigen Diebstahls verdächtigt – hat die 4 Millionen Marke an eigenen Patenen überschritten und hat 2023 10,8 hochwertige Patente /10.000 Einwohner zur Anmeldung gebracht.
Deutschland hat 2023 38 000 eigene Patente zur Anmeldung gebracht, das sind pro Kopf 4,6/10.000 Einwohner. Dabei ist das sogar ein kleiner Anstieg zu den Vorjahren, ohne die beste Zahl des Jahres 2019 mit 46,6 T Anmeldungen wieder zu erreichen.
Was aber bei den Berichten tragisch auffällt, ist nicht nur der riesige Abstand, der sich mit modernster Technik auch praktisch immer deutlicher zeigt, und der z. B. mit Strafzöllen bei E-Autos den Rückstand Deutschland verschleiern soll, sondern dass die chinesische Regierung für 2025 eine Planvorgabe von 12 hochwertigen Patenten pro 10.00 Einwohner im Auge hat. Nun ja, dort herrsche ja Planwirtschaft! Nein, das ist nicht das Problem allein. Die Patentsituation wird dort staatlich gemanagt, findet gesellschaftliche Aufmerksamkeit, Anerkennung. Das wünschte sich so mancher schwer gegen Missachtung, Voreingenommenheit , Neid u.a.m. kämpfender deutscher Erfinder. Das ist auch ein gigantischer Unterschied zu der Schulschwänzer-Ideologie in Deutschland. Klar, dass die Resultate so sind und dabei ist China erst seit ca. 20 Jahren im Patentwesen ernsthaft tätig mit enormen Steigerungsraten und die gehen (planmäßig!) weiter.
Im Gegensatz dazu bei uns: im Koalitionspapier der aktuellen Regierung „FORTSCHRITT WAGEN, BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT“ von 2020 findet man weder „Erfinden noch Erfinder und Erfindung“, die gibt es nicht mal als Begriff in den ca. 180 Seiten starken Papier. Nun – siehe eingangs benannten Song!
Admin
In den letzten Monaten (vor 6.2024) sind drei neue Bücher aus dem Kreis vom überaus fleißigen Prof. Klaus Henning Busch u.a. erschienen.
Zum mittleren siehe Rezension bei www.kreativitaet4punkt0.de
Das erste behandelt in einfacher Form für junge Jugendliche und etwas umfassender und tiefgründiger, trotzdem in einfacher Form für die schon eigene Ausarbeitungen (z.B. im Studium) Anfertigenden methodische Hinweise zum kreativitätsrelevanten Vorgehen.

Und das dritte behandelt, was der Titel (s. o. + „Innovative Impulse für die erfolgreiche Gestaltung von Lernprozessen“) angibt. „Es gibt Lehrenden praktische Werkzeuge in die Hand, um den Lehrstoff didaktisch-methodisch effizient und zugleich locker und verständlich zu vermitteln. … und schlägt… eine Brücke zu … schöpferischen Denk und Arbeitsweisen …
Dietmar Zobel „Kann es jemals „Künstliche Kreativität“ –>Siehe unter Beiträge
Januar 2024
Doz. a.D. Dr. rer. nat. habil. Dr. oec. Hans Dieter Eilhauer ist Ende Dez 2023 verstorben. Hans-Dieter war von 1970 an bei der Abteilung Heuristik als Delegierter vom VEB Leuna Kombinat. Er arbeitete dort als Forscher im Arzeneimittelbereich, dann in der HEUTEVO-Gruppe Leuna, Nach Auflösung der Abteilung Heuristik ging er wieder nach Leipzig, wechselte an die Karl-Marx-Uni zur Betriebswirtschaft, promovierte dort zum Dr. oec und verfasste z. B. 1993 sein Buch F & E- Controlling im Verlag Gabler (ISN 3409131639).
Wir verlieren einen hochgeschätzten Kollegen, der die Jahre seit 1970 immer Kontakt mit den Heuristikern hilt.
Januar 2024
Auf der Homepage „kreatvität4punkt0.de“ erscheint der aktuelle Beitrag von Dietmar Zobel „Kann es jemals „Künstliche Kreativität“ geben?“ Siehe den Beitrag dort bitte.
Dezember 2023
Ein Beitrag ist im Dezember 2023 erschienen, der die „Möglichkeiten und Grenzen von Kreativitätstechniken“ bei der Anwendung für gedankliche Prozesse in Forschung, Entwicklung, Wirtschaft und anderen Problemlösungsprozessen behandelt. Siehe bei „Beiträge“.
September 2023:
Das diesjährige Heuristiker-Treffen der ehem. Abt. Heuristik findet am 26. 10. 2023 12 Uhr In Chemnitz (Gebäude ehem. Staatsbank) statt.
31.08 2023– Eine Buchneuerscheinung:
Neues Buch zum Problembearbeitungsprozess
von Prof. Dr. Peter Koch ist das Buch erschienen:
Methodische Grundlagen des kreativen, innovativen Problem-Bearbeitungs-Prozesses
als Heft Nr. 24 der Rohrbacher Manuskripte bei BoD Books on Demand Norderstedt, herausgegeben von Prof. Hans-Gert Gräbe LIFIS – Leibnitz-Institut für Interdisziplinäre Studien Berlin 2023. ISBN 9783757827656.

Zum Buch:
Der Autor ist wohl im deutschsprachigen Raum einer der erfahrensten Experten zur Theorie und Anwendung von Kreativitätstechniken und zur methodisch-systematischen Denk- und Arbeitsweise im Problembearbeitungsprozess. Bereits 1969 hat er an einer heuristischen Programmbibliothek, der damaligen Systematischen Heuristik, für kreative Arbeitsprozesse mit dem legendären Prof. Dr. Johannes Müller als Ko-Autor mitgewirkt. Danach hat er in den folgenden Jahrzehnte mitgewirkt bei der Entwicklung und Umsetzung der Erfinderschulen der DDR und der nationalen und internationalen Kreativitätstrainingsseminaren der Bauakademie der DDR, sowie später als Hochschullehrer des Fachgebietes „Entwicklung von Fertigungsmitteln und –Systemen und Montagautomatisierung“ und nachfolgend als wissenschaftlicher Unternehmensberater in kreativen Problemlösungsprozessen in der Wirtschaft gearbeitet und dabei ein methodisch-systematisches Verfahren zur Ermittlung der „Technischen Bonität“ von Unternehmen kreiert.
Auf der Homepage „problemlösendekreativität.de“ ist unter seiner bestimmenden Mitautorenschaft vor Jahren ein umfassender Beitrag zum Problemlösungsprozess erschienen. 2021 erschien das Buch „50 Jahre Systematische Heuristik“ von Stanke/Koch. Darin behandelt er ausführlich die „theoretischen Grundlagen und das Methodensystem der Systematischen Heuristik“.
Mit dem vorliegenden Buch wurden die Erkenntnisse, Ergebnisse und Erfahrungen zu den methodischen und systemwissenschaftlichen Grundlagen für den ganzheitlichen innovativen Problem-Bearbeitungs-Prozess aus seiner eigenen Tätigkeit und den vielfältigen Arbeiten der Fachwelt mit systemwissenschaftlicher Herangehensweise als „Methodische Grundlagen des kreativen Problembearbeitungsprozesses“ aufbereitet. Die Zielsetzung dieses Beitrages besteht vor allem darin, mit dem geschaffenen Fundus für die zukünftige Weiterentwicklung der Erfindungs-, Konstruktions- und Innovations-Methodiken und vor allem für die Entwicklung eines allgemeinen, tragfähigen, effizienten, praktikablen, breit anwendbaren, jedoch fallspezifisch modifizierbaren, gut lehr- und lernbaren kreativen Innovationsmethodik beizutragen.
n dem Beitrag wird unter Auswertung der bekannten wissenschaftlichen Arbeiten und gewonnen Erfahrungen von der These ausgegangen, dass es kein geeignetes ideales, allgemeingültiges, für die praktische Arbeit hinreichend konkretes und detailliertes Prozessmodell bzw. einen geeigneten Algorithmus für den kreativen Innovationsprozess gibt. Es wird jedoch herausgearbeitet, dass eine allgemeingültige kreative Innovationsmethodik durch eine schöpferische Synthese von vier Komponenten und durch ein einheitliches Begriffssystem mittels einer methodisch-systematische Denk-und Arbeitsweise darstellgestellt werden kann. Die vier betrachteten Komponenten sind
- allgemeingültige Prozessmodelle für verschiedene methodische Zwecke, die durch eine optimale Abstraktion und Detailliertheit als Basismodelle für notwendige Modifikationen und Spezifikationen für konkrete Problemstellungen geeignet sind,
- die Gesetzmäßigkeiten, Wesensmerkmale und Regeln für den kreativen Problembearbeitungsprozess, in deren Abhängigkeit mit einer schöpferischen, methodisch-systematischen Denk- und Arbeitsweise die Modifikation, Spezifikation und Konkretion für definierte Aufgabenklassen und bis hin zu konkreten Aufgabenstellungen möglich wird,
- die heuristischen Methoden zur Ausführung von Arbeitsschritten für die kreative Lösungsfindung, das innovative Erkennen und Präzisieren der zu lösenden Probleme und Aufgabenstellungen, sowie für die vielfältige Analysetätigkeit, Lösungskritik und Bewertungsvorgänge notwendig sind
- die systemwissenschaftlichen Merkmale von technischen Systemen auf Basis einer Theorie für technische Systeme (z.B. Verhalten, Verfahren mit Operation und Zustand, Wirksystem, naturgesetzliche Effekte, Funktions- und Gebildeprinzipien, Element, Kopplung, Anordnung), die für
die Strukturierung und für den fortschreitenden Problem-Bearbeitungs-Prozess als grundlegende „Bausteine“ mitbestimmend sind.
Es wird theoretisch dargestellt, dass die Prozessabläufe und damit auch die gesuchten Prozessmodelle durch drei grundlegende, methodisch relevante Übergänge geprägt werden. Der Übergang Ü 1 vom objektiven Problemsachverhalt über die erfinderische Aufgabenstellung bis hin zur abstrahierten Aufgabenstellung mit der Suchfrage für die Problemlösung. Der Übergang Ü 2, dem kreativen Schwerpunkt, vom zu erfüllenden Zweck bzw. der zu erfüllenden Funktion in Form einer Suchfrage zum erfüllenden Mittel, der gesuchten Problemlösung. Der Übergang Ü 3 von der Problemlösungsidee bzw. vom Lösungskonzept zur konkret gestalteten, detaillierten und verifizierten Lösung.
Im Beitrag werden bezogen auf die Übergänge für verschieden Zwecke drei Prozessmodelltypen mit verschiedener Ausprägung der Merkmale „Konkretion – Abstraktion, Detailliertheit und Allgemeingültigkeit“ unterschieden.
Modell-Typ 1 wird in den Innovationsprozess eingeordnet und durch drei komplexe Prozessstufen detailliert:
-
- Problem- und Widerspruchsermittlungsprozess- sowie Findung der erfinderischen Aufgabenstellung
- Problemaufbereitungs- und Aufgabenpräzisierungsprozess
- Problemlösungsprozess
Im Beitrag wird hervorgehoben, dass für die Prozessstufen 1 und 2 in der Praxis und vielen Methodiken zu wenig Aufwand für methodisch- systematisches Arbeiten in diesen Stufen erfolgt und dass damit ein erhöhtes Risiko für schmerzhafte Verluste und Fehlentwicklungen durch vergiftete Aufgabenstellungen besteht und nach der man das Problem bzw. die Aufgabenstellung nicht falsch sondern das „falsche Problem bzw. die falsche Aufgabenstellung“ löst. Deshalb ist es ein Schwerpunkt des Beitrages, das methodische Vorgehen, gestützt auf Arbeitsschrittfolgen, die Gesetzmäßigkeiten, methodische Hilfsmitteln, heuristische Prinzipien und Regeln, verbunden mit Erfahrungshinweisen, für die Prozessstufen 1 und 2 ausführlich, konkret und detailliert als methodische Anleitung darzustellen.
Modell-Typ 3 ist wesentlich detaillierter, konkreter jedoch weniger allgemeingültig. Diese Model ist jedoch trotzdem noch ein allgemeines Prozessmodell mit Basischarakter. Es ist typisch für komplexe Problemstelllungen in der bedeutenden Aufgabenklasse „ Entwicklung neuartiger, innovativer antizipierter oder realer zweck- und funktionserfüllender technischer System und Prozesse“. Die Prozessstufe 3 des Modells „Problemlösungsprozess“ wird dabei durch vier Prozess-Phasen (Orientierung, Lösungsfindung, Gestaltung, Verifikation) und 7 Entwicklungsstufen strukturiert, in denen die Lösung von der Funktionsbeschreibung über die Suche nach dem geeigneten Verfahrens-, Funktions,- und Gebilde- Prinzip erfolgt, das davon ausgehend schließlich technisch konkret entworfen, gestaltet und detailliert wird. Die Phasen und Stufen der Lösungsfindung werden ausführlich diskutiert, verbunden mit Erfahrungshinweisen.
Modell-Typ 2 ist geprägt durch immer wieder kehrende, invariante Arbeitsschritte für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der kreativen Lösungsfindung im Problemlösungsprozess. Er wird als allgemeingültig und repräsentativ für die Arbeitsschritte in allen Prozessphasen und Entwicklungsstufen des Problemlösungsprozess dargestellt. Modell-Typ 2 ist mit seinen invarianten Arbeitsschritten auch gültig für die Lösungsprozesse aller Teilaufgabenstellungen, die bei komplexen Problem- und Aufgabenstellungen durch Zerlegen in verschiedenen Hierarchiestufen entstehen und bearbeitet werden. Modell-Typ 2 wird in diesem Kontext als „Problemlösungsmodul“ aufgefasst und genutzt. Er ist mit den vorgängigen Prozessstufen 1 und 2 eng verknüpft. Sein engeres Ziel ist jedoch das Generieren von innovativen Lösungsideen und Lösungskonzepten und das anschließende Gestalten, Kritisieren, Verbessern und Auswählen der priorisierten Lösung in den jeweiligen Entwicklungsstufen des Lösungsprozesses. Die invarianten Arbeitsschritte werden inhaltlich, ergänzt durch methodische Regeln und praktische Hinweise, gründlich diskutiert.
Es werden in einem weiteren Schwerpunkt, gemäß Komponente 2, die Gesetzmäßigkeiten, Wesensmerkmale und Regeln vertieft behandelt, die den konkreten Problemlösungsprozess prägen. Es wird betont, dass die linear darstellten Prozessmodelle die Prozessabläufe für definierte Aufgabenklassen und vor allem für konkrete Problemsituationen durch ihre Abstraktion, Detailliertheit und Konkretion nur bedingt abbilden können. Es wird verdeutlicht, dass die allgemeinen Prozessmodelle (Basismodelle) in der praktischen, fallspezifischen Anwendung erst dann wirksame methodische Werkzeuge sind, wenn ihre Modifikation mit den methodisch- systemwissenschaftlichen Grundsätzen, Wesensmerkmalen und Regeln zur Gestaltung des spezifischen Vorgehens erfolgt.
Die Notwendigkeit der Verknüpfung der Basismodelle mit den Grundsätzen, Wesensmerkmalen und Regeln wird mit dem Einfluss folgender Merkmale auf verschiedene Prozessabläufe dargestellt und diskutiert:
- die Art des zu lösenden Problems oder des zu entwickelnden Systems,
- die verschiedenen Ausgangssituationen und Aufgabenarten für den Bearbeitungsprozess,
- die drei methodisch grundsätzlich verschiedenen Lösungswege ,
- die Komplexität der Systeme und die damit verbundenen Hierarchieebenen,
- das Zerlegen – Konkretisieren – Synthese der Gesamtaufgabenstellung in Teil-Aufgabenstellungen, ihre Bearbeitung und folgende Synthese zum Gesamtsystem,
- die mögliche Variantenbildung und Varianteneinschränkung
- der Anspruch auf den Grad der angestrebten Neuerung,
- das Anforderungsprofil an die Lösung sowie die Umstände der Bearbeitung, die gewollten und nicht gewollten Nebenwirkungen und die Einordnung in das übergeordnete System,
- das verfügbare Wissen und der Wissensstand des Teams.
Durch diese Einflussgrößen auf den Prozess sind, bezogen auf die Abläufe der Basis-Prozessmodellen, wesentliche Änderungen der Prozessabläufe durch Vorgriffe, Auslassungen, Sprünge, Schleifen und quasi paralleles Arbeiten möglich und notwendig.
Als einen maßgeblichen Schwerpunkt für eine erfolgreiche kreative Innovationsmethodik werden, gemäß Komponente 3, die heuristischen Methoden für die Lösungsfindung, die Analyse, Bewertung von Alternativen sowie die Methoden zur Problemerkennung, Widerspruchsanalyse und Aufgabenpräzisierung mit ihrer fachgerechten, problemspezifischen Nutzung und ihrer treffenden Zuordnung zu den Prozessstufen, Prozessphasen, Entwicklungsphasen und Arbeitsschritten des Problembearbeitungsprozesses eingestuft. Trotzdem wird im Beitrag nur partiell auf heuristische Methoden detailliert eingegangen, da sie umfassend mit Beispielen in der Literatur aufbereitet sind, z.B. in der Programmbibliothek für die Systematische Heuristik von J. Müller/P. Koch, in der ctc- Lehrbriefreihe der Bauakademie der DDR von Heyse, Busch, Koch, Preisler, im Handbuch Kreativitätstechniken von K. Stanke, in dem Handbuch-Innovationen erfolgreich realisieren von K.-H. Busch und vielen anderen.
Wichtig erschien es dem Autor, die wirksamsten heuristischen Methoden für die Lösungsfindung, die allgemeinen Analyse- und Bewertungsmethoden und die Methoden zur Problemerkennung, Widerspruchanalyse, und Aufgabenpräzisierung, übersichtlich aufzulisten und ihre Anwendungsschwerpunkte hervorzuheben und davon ausgehend darzulegen, dass die heuristischen Methoden wie Bausteine in allen Prozessstufen, Prozessphasen, Entwicklungsstufen, Arbeitsschritten und allen Ebenen des Prozesses entsprechend ihrer Art und Zuordnung effektiv anwendbar sind.
Detailliert werden in dem Beitrag behandelt
- einerseits die Methoden für die erfolgsentscheidende Vorbereitung der Lösungsfindung, vor allem für das Erkennen und Präzisieren der Probleme, Widersprüche und der innovativen Aufgabenstellung und
- andererseits wichtige Lösungsfindungsmethoden und ihre Integration in die drei grundsätzlichen Lösungswege
- Lösungsfindung für wenig komplexe Problemstellung mit Anspruch auf einen besonders hohen Neuheitsgrad.
- Lösungsfindung für komplexere Problemstellungen ausgehend von ähnlichen Lösungen, die jedoch die hohen Anforderungen nicht erfüllen.
- Lösungsfindung für komplexe Problemstellungen für grundlegend neue, noch nie dagewesene Systemlösungen.
Der Autor geht zusammenfassend davon aus, dass bei einer gezielten Weiterentwicklung Grundlagen und des aktuellen Standes in der Fachliteratur durch die geeignete Verschmelzung der vier Komponenten zu einer allgemeinen, tragfähigen, gut lehr- und lernbaren, kreativen Innovationsmethode führen kann durch
- die Basismodelle die das grundsätzliche, modifizierbare „Basis-Gerüst“ des Prozesses und damit den roten Faden bieten,
- die Gesetzmäßigkeiten und Wesensmerkmale, die es ermöglichen durch die aufgabenklassenspezifische und problemspezifische Modifikation der Prozessstruktur den Schritt zum „realen Prozess“ zu erarbeiten,
- die heuristischen Methoden, die das „Fleisch“ zur der Prozess-Struktur sind und den Kern und Inhalt für den Lösungsfortschritts ermöglichen,
- die systemwissenschaftliche Behandlung der Zwischenergebnisse des Prozesses, die im Allgemeinen die „methodisch-systematische Denk- und Arbeitsweise“ und im Besonderen die Kreativität bei der Lösungsfindung produktiv unterstützen kann.
Der Autor regt an, dass bei der Fortsetzung der Bemühungen für eine allgemeingültige Innovationsmethodik ein einheitliches Begriffssystem erarbeitet wird, dass in diesem Prozess eine weitere Präzisierung der Grundlagen angestrebt wird und dass, gestützt auf die vier Komponenten, die optimale Innovationsmethode im Sinne der obigen Zielsetzung in interdisziplinären Teamarbeit generiert wird, und um damit die schon bestehenden aufgabenklassenspezifischen Methoden unter einem Dach begrifflich konsistent zu erfassen.
September 2023 Team mit Admin
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18.05.2023 Patentanmeldung 2022 – nicht zum Lachen!?
Was ist heute wichtig?
Na zweifellos das Gendern, das konkrete Äußern im Sinne des Mainstream, auch Vetternwirtschaft?
Dann darf man nicht ohne weiteres gegen Waffenlieferungen sein und sagen, dass diese jeden Krieg verlängern würden. Auch wenn alle einig sind, jeder Krieg sei negativ,- wirklich? Na und dann das Klima, da würden 97 % aller Wissenschaftler einer Meinung sein. Lassen wir‘s damit; es reichte einer, der sagte, alles falsch, die Erde ist rund.
Wenn aber festgestellt wird von dpa (nach DPMA), die Anzahl der einheimischen Patentanmeldungen ist im vergangenen Jahr (2022) um 6,6 % auf 37 194 Stück zurück gegangen im Industrieland Deutschland, gibt es keinen Aufschrei. Die ausländischen Patentanmeldungen in Deutschland sind ja dafür um 6,8 % auf 20 020 gestiegen, dabei vor allem aus USA, Japan Südkorea und China.
Anzahl einheimischer Patente rückläufig.
Nun, Erfindungen sind meist mit Patenten geschützt, weil die Erfindung i. d. R. eine deutlich effektivere (oft raffiniert einfache Lösung eines Problems) ermöglicht. Damit können Patente auch als Ausdruck eines besonderen technischen Fortschritts mit hoher Effizienz betrachtet werden – oder gar als Ausdruck der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft auf wichtigen Gebieten. Aber mit Erfinden hat die Bundesregierung nichts im Sinn. Oben steht einiges, was ihr viel wichtiger ist. Und so passt diese Rückläufigkeit zur zurückgehenden Leseleistung unserer Schüler oder zu „Friday for future“ Aber gerade bei der Lieblingsbeschäftigung der Regierung mit dem Klima, hörte jetzt auch mal tatsächlich sachliche und begründbare Töne, es müsste auch um Klimaanpassung gehen. Tatsächlich? Wir wollen nicht mehr das Klima selbst machen? Na dann könnten vielleicht mehr Patente doch was helfen. Dann müssten die Aktivisten statt ankleben ernsthaft nachdenken, können die das? KS 05/23
03.04.2023 Hallo, wir sind wieder da! Und beginnen mit einem Beitrag auf der Seite „Beiträge“, der eine langfristige Diskussion fördern kann, um für die KT etwas mehr Einheitlichkeit zu erreichen. Ich weiß, das ist etwas gegen das Geschäft mit KT, aber wir sind ja eine nicht-kommerzielle Seite. Da darf man schon mal so was versuchen. Vielleicht gibt es doch Mitstreiter. Aber davon unabhängig sollte die Analysephase deutlicher hervorgehoben werden – ein wichtiges Anliegen dieses Beitrages – unabhängig wie kommerziell die KT-Anwendung ist. Bei Beiträgen bitte weiterlesen:
Als Start nach Neugestaltung werden einige noch als wichtig erscheinende bisherige Infos dargestellt.
Bisherige Infos aus 2021/22
Nov. 22. Ankündigung. Der z.Z. aktive Baukasten dieser Homepage wird im Januar 2023 eingestellt. Die Homepage bleibt zwar erhalten. Aber sie soll ab März 2023 neu aufgebaut werden.
Okt./Nov.2022: Schwerpunkt unserer Aktivitäten war in dieser Zeit die Vorbereitung/Einladung zum Workshop „Systematische Innovationsmethodiken der DDR“ am 13./14. Januar 2023 in Leipzig. . Der Ort für den unten angekündigten Workshop ist festgelegt: 04107 Leipzig Wächterstr. 20. Termin – wie u. – 13. -15.01. 2023. Siehe unten
Dazu Januar 2023 : Aus gesundheitlichen Gründen mußte der Workshop abgesagt werden.
16.09.2022: Definionen der „Kreativität“ und der „Problemlösenden Kreativität“ neu gefasst. In der befreundeten Homepage „www.probklemlösendekreativität.de“ wurde die Definitionen zur „Kreativität“ und „problemlösende Kreativität“ an den Stand der Wikipedia angepasst.
Juli/ August 2022 Besorgen Sie sich das Buch : Handlungsorientierte Kreativitätstechniken – in Trafo Verlag noch erhältlich.
Jetzt hochaktuell oder besser: wieder dringend nötig, denn die sonst noch immer gute Innovationsfähigkeit Deutschland geht fleißig zurück, die Patentanzahl sinkt, die Bildung … sprechen wir nicht drüber, … oder doch: ist sie für die Herrschenden bloß Spielmasse für Schulschließungen (siehe Karona). Im Koalitionsvertrag gibt es den Begriff „Erfinden“ oder Erfinder gar nicht!? ….

Da es aus sehr praktischer Sicht geschrieben ist, ist schon der gebotenen Überblick ein echter Gewinn. Der Autor musste nicht eine von ihm geliebte oder erfundene Methode so in den Vordergrund schieben, dass es nichts anderes mehr gab, sondern nutzte das viele in über vier Jahrzehnten selbst erlebte.
Sie finden hier auf dieser Homepage vieles zu diesem Buch als Information für Ihren Entschluss zum Erwerb.
Und mein Buch – gut , es ist Werbung; allerdings ohne das ich daran verdiene – bietet noch immer einen einfachen und – wie die Gutachter sagen – gut gestalteten Einstieg in die Kreativitätsförderung mit Kreativitätstechniken – von ganz einfachen bis zu recht anspruchsvollen, aber so, dass man gut damit beginnen oder es als Nachschlagewerk (Handbuch) auch bei Erfahrenen nutzen kann.
Mai 2022: Mit der Anwendung und Entwicklung „Systematischer Innovationsmethoden“ bereits Ende der 1960er Jahre in der DDR wurde breit Neuland betreten. Leider wurde das ab 1972 nicht konsequent flächendeckend fortgeführt, aber viele Einzelaktivitäten und dann die Erfinderschulen, haben dafür gestanden, dass immer Kreativitätstechniken in der Praxis und auch in der Lehre sich in Anwendung befanden, bis auch nach der Wende ab 1990 die Erfinderschulen aus der systematischen Anwendung verschwanden und nur noch kommerielle Einzelaktivitäten zur Anwendung kamen. Trotzdem ist ein immenser Erfahrungsschatz zur Anwendung „„Systematischer Innovationsmethoden“ entstanden und harrt einer Verallgemeinerung zu einer evtl. Unterstützung der heutigen Anwendung von den verschiedensten Kreativitätstechniken.
Ein Workshop des Neuen Rohrbacher Kreises zum Thema: „Systematische Innovationsmethodiken in der DDR will sich mit dieser Theamtik befassen. Vorgesehen sind jetzt 13.-15. Januar 2023 (Fr. nachmittags bis Samstags nachmittags) und als Ort: Leipzig
Organisiert wird das von der Arbeitsgruppe „Systematische Innovationsmethodiken“ am InfAI Institut für Angewandte Informatik) der Universität Leipzig, und der Arbeitsgruppe „Systematische Innovationsmethodiken und TRIZ“ am LIFIS (Leibnitzinstitut für Interdisziplinäre Studien), Berlin.
„In der Tradition solcher Workshops wollen wir uns mit diesem Erbe genauer beschäftigen und neben der Diskussion der in den letzten Jahren zusammengetragenen Materialien auch noch lebende Zeitzeugen jener Entwicklungen treffen und zu Wort kommen lassen.
Mit unserem Workshopformat wollen wir neben informativen Beiträgen vor allem der Diskussion genügend Raum geben. Aktuell sind vier Sessions geplant, mit jeweils einem, maximal zwei Impulsbeiträgen, die in der Diskussion durch weitere Beiträge in einem Umfang ergänzt werden können, der das Oberziel der Diskursivität nicht gefährdet.
Die Arbeitssprache des Workshops ist Deutsch.“ [siehe Link unten]
Die alkuellen und offiziellen Infos bitte bei
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?HansGertGraebe/RohrbacherKreis/SIM-2022 nachlesen.
Dort sind auch Interessensbekundungen verzeichnet. Bitte dort registrieren.
April 2020. Die Heuristiker der ehem. Abt. Heuristik haben 2022 ihr jährliches Treffen wieder durchgeführt. Wir haben u ns in Eibenstockk getroffen und eine fachkundign Führung unseres Veranstalters Dr. Weber über die Talsperre Eibenstock – ein große Ingenieurleistung vor 100 Jahren – erlebt. Zu meinem Erstaunen wurde einhellig beschlossen, unsere Treffen mit 2023 fortzusetzen.
Feb. 2022: Die Anzahl der Patentanmeldungen ging deutschlandweit 2021 um ca. 3.500 auf 58.600 zurück. Hauptgrund könnte Carona sein. Siehe dazu auch Beitrag „New vom August 2019“ bei www.problemlösendeKreativität.de /New.
4. Quartal 2021: Carona und die neue Bundesregierung haben die letzten Monate des Jahres 2021 geprägt.
Beides offensichtlich nicht zum Besten, wie das Koalitionspapier „FORTSCHRITT WAGEN, BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT“ verrät.
Meine einseitige (natürlich!) Recherche zu Erfinden und Kreativität zeigt ernüchternde Ergebnisse:
Weder „Erfinden noch Erfinder und Erfindung “ gibt es nicht mal als Begriff in den ca. 180 Seiten starken Papier. Allerdings wird viel an Förderung versprochen und F/E soll mit 3,5 % des BIP (+; deutlich mehr als für das NATO-Kriegsspielen ausgegeben werden soll!) gefördert werden.
Das die geforderten Innovationen auch Kreativität, eine dies bezuüglich verbesserte Basis dringend angesichts des deutlichen Rückstandes bei der Patenthäufigkeit und -ergibigkeit z. B. gegen über China u.a. benötigen, kommt offensichtlich wie künfig der Strom „aus der Stechdose“? (wem eine technische Ausbildung fehle!) .
Auch Kreativität bzw. kreativ kommt als Begriff kaum vor: ist so nicht ganz richtig, denn allein als kritische Situation der künstlerisch-kreativen Welt in der Carona-krise wird es 7 x erwähnt (die kreativen Künstler sollen richtiger Weise gefördert und vor dem Untergang (!) geschützt werden) und einmal als „Kreativlabor“ in den Schulen. Ob da auch die an sich richtige Förderung des Künsterisch-kreativen gemeint ist, ist mir unklar, aber was ist mit der lebenswichtigen Kreativität in den nicht künstlerischen Bereichen, die für die Existenz der Gesllschaft grundlegend ist. Das Erfindungwesen überhaupt?
Ach, das wird schon irgend wie? In Dedutschland haben wir kleiner als 100 000 angemeldet Patent pro Jahr (von allen, auch aus dem Ausland). Die Chinesen allein machen schon seit Jahren mehr als 1 Mio./a. Viel mehr als USA, Japan u.a. zusammen und pro Kopf ca. 2x > als Deutschland. Und gute!
Aber Kreativität zu fordern und zu fordern, ist nicht unser Ding. Wir wagen „Fortschritt“ beim Atom- und Kohleausstieg und wundern uns über andere, die das anders sehen.
Ich meine, einige der richtigen Ziele fehlen. Nach dem Papier könnnte das Land zwar grün werden, aber dass sollten wir nicht als den für Deutschland nötigen Fortschritt werten Und der würde den von diesen Strategen befürchteten Weltuntergang auch nicht aufhalten. Wenden wir uns wieder unseren Aufgaben mit nimmer müden Optimismus zu.
September 2021: Leider sind in der Sommerpause und im September unsere ehem. Mitglieder der Abteilung Heuristik Dr. Arnulf Böhme und Dr. Bernd Schüttauf verstorben. Wir weden hr Andenken in Ehren halten..

Mai/Juni 2021: Das Buch „50 Jahre Systematiche Heuristik“ von Stanke, K. und Koch, P. ist fertig gestellt und erscheint im Verlag BoD – Books on Demand GmbH <https://www.bod.de> (BoD-Nr.: 21574218).Siehe dort Leseprobe. Titel dazu aufrufen .
Reihe: Rohrbacher Manuskripte Bandnummer: 23 Gesamtseitenzahl: 232; 7,99 €
Nun noch einige ältere Infos, die einen Teil der Entwicklung der Jahre vor 2021 zeigen.
Dez. 2020: Heft 21 „Rainer Thiel. Dialektik, TRIZ und ProHEAL“
der Rohrbacher Manuskripte ist erschienen. Herausgegeben von Hans-G Gräbe.
Erweiterte Neuauflage eines KdT-Materials für Erfinderschul-Trainer.
ProHEAL steht für „Programm des Herausarbeitens von Erfindungsaufgaben und Lösungsansätzen“ und ist eine Anpassung und Weiterentwicklung der Erfindungsmethodik TRIZ, einer inzwischen weltweit beachtete Methodik zur Lösung widersprüchlicher Anforderungen, die von G.S. Altschuller und seinen Schülern seit den 1950er Jahren zunächst in der Sowjetunion entwickelt wurde. Mit der Übersetzung von drei wichtigen Werken Altschullers 1973, 1983 und 1986 ins Deutsche wurde die Anwendung für die DDR-Erfinderschulbewegung geschaffen. In diesem Band der Rohrbacher Manuskripte wird eines der zentralen Lehrmaterialien der Erfinderschulen neu aufgelegt.
Erschienen als Book on Demand 2020 ISBN 9783752620153 174 S.
Nov. 2020: Heft 20 „Erfinderschulen, TRIZ und Dialektik. Rainer Thiel zum 90. Geburtstag“ der Rohrbacher Manuskripte ist erschienen. Herausgegeben von Hans-G Gräbe.
Juli 2020: Ein Beitrag „Innovationen mit Widerspruchslösungen als realisierte problemlösene Kreativität“ von K.. Stanke ist bei LIFIS-Online erschienen und kann runtergeladen werden. Er wird demnächst auch bei www.problemlösendekreativiät.de erscheinen.
April/Mai 2020: Die befreundete WEB-site www.kreativität4punkt0.de ist neu gestaltet und wieder im Netz. Die bisher bei www.problemlösendekreativität.de/Kreativität+Comuter geparkten Beiträge ziehen im Juli 2020 dort hin wieder zurück.
Februar 2020: Der Bund (!), das Bundesforschungsministerium und das Wirtschaftsministterium richten in Leipzig eine Agentur für Sprunginvestitionen – (www.sprind.org) ein. Die Agentur soll beim Start bis zu 50 Mitrarbeiter haben und ein bundesweites Netzwerk von Projektstandorten steuern. Wichtigstes Ziel: Erfindungen „Made in Germany“ international zum Durchbruch zu verhelfen.“Scouts“ sollen Neuheiten aufspüren (KI, Umweltschutz, Kommunikationstechnik, Gesundheit).Innovationsmanager sollen helfen, Ideen auf den Markt zu bringen. Dafür stehen in den nächsten 10 Jahren 1 Mdr. € bereit.
Hat schon etwas Korrespondierendes zu der vor 50 Jahren erfolgten Gründung einer Abteilung für die Systematische Heuristik. Siehe auch Kommentar dazu bei www.problemlösendekreativität.de/news
bzw. Denkanstoß in Buch „50 Jahre – Systematische Heuristik“ –> New: Mai/Juni 2021
Nun sollen noch aus beiden Berichten und ehem. Vorhaben einige Info’s wieder gegeben werden, deren Aussagen noch immer Bedeutung haben könnten
► Nov. 2015:
Bei VDI ist die Richtline 4521 „Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ“ – Grundlagen und Begriffe 20 Blatt erschienen.
Neben den Begriffen, die weitgehend auf Altshuller zurückgehen, wird ein sehr allgemeiner Problemlösungsprozess mit TRIZ (Abschn. 3.3) in sechs Schritten beschrieben, nachdem die Widerspruchthematk benannt und TRIZ als „allgemeine Problemlösungsmethodik“ in beliebigen Fachgebieten eingestuft wird. Es folgen das Ideale Endresultet (IER) und die „Gesetzmäßigkeiten in der Evolution technischer Systeme“ als Grundannahmen des TRIZ (Abschn. 3.4). Eine Tabelle 1 der Werkzeuge der TRIZ schließt die Richtlinie inhaltlich ab.
Leider zeigen weder die umfangreiche Autorenliste noch die Literatur, dass von der großen Verbreitung in der DDR bereits ab 1973 – als die erste deutschsprachige Buch-Übersetzung von Altshuller erschien – vorallem in den hunderten Erfinderschulen eine Anwendungspraxis sich entwicklet hatte, die neben dern Erfolgen auch zahlreiche Weiterentwicklung erbrachte. Es kann der Eindruck entstehen, beim federführenden VDI und den Autoren habe die Hallstein-Doktrin noch nachgewirkt. Vgl.–> Die Beiträge zu „Erfinderschulen“ auf der www.problemlösendekreativität.de/Geschichte-der-Pk und eben dort aber auf der Page „Problemlösen-mit-System“– Dr. Thiel
28.November. 2016
Zum Vorwurf „Hallstein-Doktrin“ eine nötige Anmerkung von der LIFIS-Konferenz „Entwicklungen der TRIZ“ vom 24./25.11.2016.
Oben stehende kritische Bemerkug entstand aus der Außensicht ehemaliger DDR-Anwender, die ca. 30 – 40 Jahre vor der jetzigen Altshuller-Welle in der BDR seit ca.1973/75 mit Altshullers Gedankengut mit hunderten Lehrgängen u.a. sehr aktiv waren. Das heutige „Nicht-zur-Kenntnisnehmen“ von DDR-Leistungen ist leider sowohl für Pegida als auch für AfD eine Quelle, die versiegen muss.
Der Admin konnte sich auf der mit Experten gut vertretenen LIFIS-Konferenz (s. Bericht oben) überzeugen, dass hier der faktische Zustand die zufällige Ursache dieser Auswahl des Bearbeiterteams war, wie ein sehr gutes Gespräche mit dem Vorsitzenden des Erarbeiterteam zeigte: Die aktiven TRIS-Anwender schlossen sich zusammen … und da ist in den „neuen“ Bundesländern praktisch z. Z. bis auf den herausragenden D. Zobel mit seinen sechs TRIZ-Anwendungsbüchern auf dem Büchermarkt wenig vorhanden, einige sind gestorben, andere nach 40 Jahren in Rente oder auf anderen Gebieten tätig – da sich’s im Osten von Kreativität schlecht leben läßt.
Im Ergebnis hat der o.g. Vorsitzende auf der Konferenz alle Interessierten zum MItmachen an Blatt 2 und 3 des Materials (s. Angaben dazu in der VDI) aufgerufen – sich an ihn wenden.
Ist doch ein guter Weg, um Altshuller in der Anwendung weiter voranzubringen und uns auf die Inhalte und nicht die Polemik zu konzentrieren.
Admin 28.11.2016
Mehr zur Anwendung der TRIZ in der DDR siehe bei www. problemlösendekreativität.de den Beitrag „Erfinderschulen“ von M. Herrlich auf der Seite „Geschichte der problemlösenden Kreativität“ und den Beitrag von R. Thiel auf der Seite „Problemlösen mit System“ sowie bei Zobel.
Als Abschluss aus der „alten Zeit“ zwei freundliche Berichte:
Februar 2013: Bericht vom 65. Stammtisch des VITT Ortsektion Jena zum Thema Kreativitätstechniken
‚Kreativitätstechniken‘ hatte sich der 65. Stammtisch des Vereins der Ingenieure und Techniker Thüringens Ortsektion Jena am 21.Januar 2013 gewählt.
Die Ortsektion Jena hatte Prof. Dr. Klaus Stanke in die urige Traditionsgaststätte „Zur Noll“ zum Thema „Kreativitätstechniken“ eingeladen. Er stellte das Thema vor allem anhand der so genannten „Kreas“ vor. In seinem Buch „Handlungsorientierte Kreativitätstechniken“(ISBN 978-3-86464-001-8)werden diese als Stufe 1 eines Anwendersystem von Kreativitätstechniken darstellt.
Danach ist ein ‚Krea’ ein ‚Denkwerkzeug’, das durch eine Ikone (Piktogramm) und mit einem Kurzsatz als Handlungsanleitung benannt zum Anwenden aufgerufen wird. So kann das Krea als „Element von Strategien“ und/oder als Handlungsanleitung im Konkreten dienen. Kreas sollen kurz, einfach und universell anwendbar sein, so ähnlich wie das mit ‚Sprichwörtern’ ist. So einfach aus dem Kopf heraus, beim Lösen gedanklicher Problemstellungen, aber auch im normalen Leben.
Im Unterschied zu Sprichwörtern gilt als Spezifik der ,Kreas’, dass sie besonders das Kreative fördern.
Mit sehr anschaulichen Beispielen wurden einige der Kreas, ihre Wirksamkeit und Effektivität zur Förderung der Kreativität lebendig vorgestellt.
Schwerpunkt der regen Diskussion, an der sich auch die Gäste beteiligte, darunter Kreativitätstrainer und Hochschullehrer bzw. eine Frauenhoferführungskraft, war das Besondere, was das System der Kreas – das Bonsai-System – ausmacht. In diesem ‚System’ werden mehr als 30 solcher Kreas in Gruppen geordnet und zu einer anwendbaren „lockeren“ eigenen Anwendungsstufe von Kreativitätstechniken (s. Bild auf Seite „Angebote„) gestaltet.
Als das Besondere gelingt damit eine neue Qualität der Anwendung von Kreativitätstechniken mit viel weniger Vermittlungs-(Lehr-)- und Lernaufwand. Also für junge Menschen gut geeignet. Diese neue Qualität wird dringend gebraucht, bestätigte einhellig die Diskussionsrunde, denn der jetzige Stand kann nicht befriedigen!
Heute gängig zu Kreativitätstechniken sind die im Buch als Stufe 2 bezeichneten „Standard-Anwendungen der KT“ wie Analyseverfahren, Brainstorming / Ideenkonferenzen, Mind Mapping, Kombinationsmethoden, Synektik, Feldforschung u. a. m. sowie die der Stufe 3 – als „Komplexe Methoden“ bezeichnet: wie, ARIZ, WOIS; TRIZ, Kreativ-Morphologie und die konstruktionswissenschaftlichen Methodiken. Diese Stufen 1-3 sind eine Stafflung nach dem Lern- und Einführungsaufwand. Natürlich haben die ausgebauten Komplexprogramme und andere Methoden der Stufen 2 und 3 potentiell eine hohe Effektivität, wennsie gut beherrscht werden. Was aber deutlich hohen Aufwand für Vermittlung und Anwendung erfordert. Leider zeigt sich, dass ihre Verbreitung stagniert bzw. deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Deshalb ergab die Diskussionsrunde die Orientierung auf die Kreas als Einstieg in die Kreativitätstechniken als für Viele und vieles mit völlig ausreichendem Niveau bei geringem Lehr- und Lernaufwand.

Einig waren sich alle, auch dafür müssen die Lehrkräfte im Bildungssystem aufgeschlossen und qualifiziert sein, um überall möglichst an praktischen Projekten z.B. im fachübergreifenden Unterricht oder in Praktika’s im Studium die Kreas zu vermitteln. Der deutlich geringere Aufwand dieser Kreativitätstechniken lässt hier mehr erwarten als von den bisherigen Gegebenheiten. Dazu sollte über die Kreas und ihr System mehr informiert werden.
Jörg Harz Ortsektion Jena des VITT unter Verwendung des Vortragsmanuskriptes.
Januar 2013:
Bericht vom Semiar vom 11.Januar 2013
Kreativitätstechniken für junge Menschen:
„Kreas“ – das Bonsai-System der Kreativitätstechniken – ohne lange Vorbereitung anwendbar und umfassend wirksam*
Resümee eines Seminars am Heinrich-Hertz-Gymnasium Berlin
Der Leistungskurs Physik, verstärkt durch Teilnehmer weiterer Physikkurse, – alle aus der Oberstufe des renommierten mathematisch-naturwissenschaftlichen Heinrich-Hertz-Gymnasiums Berlin – hatte Prof. Dr. Stanke reichlich zwei Stunden zu Gast.
Die lebhafte Veranstaltung stellte mit einer auf junge Menschen zugeschnittenen motivierenden Darstellung die Stufe 1 der Anwendung von Kreativitätstechniken (KT), das Bonsai-System der KT und daraus einige Kreas vor (siehe Bild auf Seite „Angebote“).
Ein Krea ist ein kompakt gestaltetes „Denkwerkzeug“, das durch eine symbolische Wort- und/oder Bildaussage und gegebenenfalls mit einem Kurzsatz benannt und zum Anwenden aufgerufen wird. Als Handlungsorientierung enthalten Kreas Methodenelemente, Arbeitsprinzipien oder Regeln.
Kreas sollen kurz, einfach und universell anwendbar sein, so ähnlich wie das mit Sprichwörtern ist. Sie werden als Hilfsmittel angeboten, die man eigentlich überall gebrauchen kann. So einfach aus dem Kopf heraus, beim Lösen gedanklicher Problemstellungen, aber auch im normalen Leben. Sie können (ähnlich den Sprichwörtern) einerseits fast als „Elemente von Strategien“, andererseits als Handlungsanleitung im Konkreten dienen. Im Unterschied zu solchen Sprichwörtern, die kurz allgemeine Lebensweisheiten mehr oder weniger gut zusammenfassen, gilt als Spezifik der Kreas, dass sie besonders das Kreative fördern.
Das Spezielle, was deren Bonsai-System ausmacht, ist, dass die Kreas in Gruppen geordnet und in ein anwendbares Systemgebracht wurden. Die Charakteristik der Gruppen und die Handlungsanleitungen dienen einer intensiven Nutzung.
Dem Ablauf, den über 20 Schüler und einige Gäste erstaunlich rege und mitmachend verfolgten, lag folgende Gliederung zugrunde, die zugleich das Bonsai-System charakterisiert:
(1) Warum KT?
(2) Wie Kreas nutzen (Übersicht)
(3) Beispiele für KT in der Art der Kreas
(3.1) aus Gruppe 1 „Ziel fokussieren / Qualität der Aufgabenstellung“
(3.2) aus Gruppe 2 „Gesichtsfeld erweitern“
(3.3) aus Gruppe 3 „spezifische Kreativität erhöhen“
(3.4) aus Gruppe 4 „’Weg‘-Optimierung einer Kreativität fördernden Arbeitsweise“
(4) Fragen/ Diskussion
In der Diskussion, in der sich außer den Schülern auch Gäste beteiligten, ging es besonders um Fragen zur praktischen Nutzung der KT durch Jugendliche. Der Buchautor begründete aus seiner über 40-jährigen Erfahrung, warum er statt der üblichen heuristischen Programme (z.B. Analyseprogramme und Ideenfindungsmethoden in Stufe 2 der KT-Anwendung) oder komplexen Programmsystemen (z.B. TRIZ, Systematische Heuristik, WOIS,…in Stufe 3), welche ja selbst ein fast determiniertes Vorgehen suggerieren, auf das lose System der elementaren Kreas gekommen ist und sie als eine eigenständige und einfachste Anwendung, aber wirksame Form von KT hält:
Kreas und das Bonsai-System sind ohne aufwändige Lehrgänge und Seminare vermittelbar, aber trotzdem für die Kreativitätsförderung wirksam. Ein entscheidender Vorzug besteht darin, dass kaum weitere Voraussetzungen nötig sind als der Anwenderwille und die Kenntnisse der Kreas. Das ermöglicht eine weite Verbreitung auch über das stets an Kapazitätsgrenzen stoßende Bildungssystem hinaus.
Der Buchautor wies darauf hin, dass man auf den ersten 56 Seiten seines Buches* alles Notwendige zu den Kreas erfährt, auch der Vortrag kann nachgelesen werden. Eigentlich habe sich das Buch damit schon für den Nutzer bezahlt gemacht, denn der Weg zum Selfmade-Kreas-Anwender ist jetzt offen.
Als Gesamteindruck blieb, dieser Kreis von Schülern der Oberstufe des Heinrich-Hertz-Gymnasiums hat das Anliegen sehr interessiert angenommen und sich erstaunlich aufgeschlossen gezeigt. Auch wenn sie in den folgenden Jahren der Ausbildung – außer bei dem einen oder anderen Wettbewerb – sicherlich kaum reale (fachlichen) Probleme lösen müssen, ist ein Grundstein für das Verständnis der Kreativitätstechniken und ihre Nützlichkeit gelegt, der weiter wirken wird.
Stefan Bünger, Fachleiter Physik des Heinrich-Hertz-Gymnasium Berlin
* siehe auch Stanke, Klaus: “Handlungsorientierte Kreativitätstechniken. Für Junge, Einsteiger & Profis mit Bonsai-System der Kreativitätstechniken”, 2011, zahlr. Abb. und Tabellen, 268 S., ISBN
